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Preise · Tattoo Termin — März 2021

Was kostet ein Tattoo?

Warum es keine Preisliste nach Zentimetern gibt und woran du ein faires Angebot erkennst

Tätowierer bei True Canvas in Wien bei der Arbeit an einem Tattoo im Studio

Die wahrscheinlich am häufigsten gestellte Frage rund ums Tätowieren lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, so gerne wir dir das auch wünschen würden. In diesem Artikel erklären wir, welche Faktoren den Preis wirklich bestimmen, warum Größe allein wenig aussagt und woran du ein faires Angebot erkennst.

Stundensatz statt Pauschale

Viele Artists rechnen nach Zeit, nicht nach Zentimetern. Die Stundensätze unterscheiden sich je nach Studio, Stadt, Erfahrung und Spezialisierung des Artists teilweise deutlich.

Wie lange dein Projekt dauert, kann ein Artist meist erst einschätzen, wenn Motiv, Größe und Platzierung feststehen. Details, aufwendige Schattierungen und filigrane Elemente kosten Zeit, unabhängig davon, wie groß das fertige Tattoo am Ende ist.

Warum Größe wenig über den Preis aussagt

Ein kleines, sehr detailliertes Motiv kann länger dauern als ein großes, einfaches. Auch die Körperstelle spielt eine Rolle: Auf Armen und Beinen lässt sich meist angenehmer und zügiger arbeiten als auf einem Brustkorb, der sich mit jedem Atemzug bewegt. Bei stark beanspruchten Stellen kommt noch dazu, dass Hand- und Fußtattoos häufiger nachgearbeitet werden müssen.

Dazu kommt die Beschaffenheit der Haut: Narbengewebe sowie besonders schmerzempfindliche oder kitzelige Stellen verlangen zusätzliche Sorgfalt und können die Arbeitszeit beeinflussen. Warum kleine, feine Tattoos deshalb nicht automatisch günstig sind, erklären wir ausführlicher im Artikel über Fine Line Tattoos in Wien.

Was steckt im Preis, auch wenn du es nicht siehst?

Hinter jedem Termin steckt mehr als die reine Tätowierzeit. Verbrauchsmaterialien wie Farben, Desinfektionsmittel, Nadeln, Handschuhe und Masken müssen laufend eingekauft werden, dazu kommt die fachgerechte Entsorgung.

Auch die Vorbereitung gehört zur Arbeit: Die Erstellung und Anpassung des Motivs, die Vorbereitung des Stencils, die Beratung und die Organisation rund um den Termin brauchen Zeit. Diese Leistungen werden nicht immer separat verrechnet, sind aber trotzdem Teil des Aufwands hinter einem Tattoo.

Ein Artist verkauft deshalb nicht nur die Zeit, in der die Nadel auf der Haut ist. Vorbereitung, Beratung, Design, Organisation und Nachbereitung gehören ebenfalls zum Beruf, und auch diese Zeit muss wirtschaftlich abgedeckt werden.

Dazu kommt die Erfahrung des Artists. Ein erfahrener Artist kann ein Motiv unter Umständen schneller und präziser umsetzen als jemand mit weniger Erfahrung. Der Stundensatz allein sagt deshalb wenig darüber aus, was ein Tattoo tatsächlich kostet.

Entscheidend ist auch, welche Qualität und welches Ergebnis du dafür bekommst. Ein Teil dieser Erfahrung kommt aus laufender Fortbildung, etwa zu Haut, Wundheilung und Hygiene.

Viele Studios bieten notwendige Touch-ups innerhalb eines bestimmten Zeitraums kostenlos oder zu vergünstigten Konditionen an. Welche Regelung gilt, solltest du am besten vorab beim jeweiligen Studio klären.

Warum sehr günstige Angebote Vorsicht verdienen

Wenn ein Studio auffällig günstig ist und gleichzeitig sofort einen Termin anbieten kann, lohnt sich ein genauerer Blick. Bei gefragten Artists sind längere Wartezeiten keine Seltenheit, gleichzeitig bedeutet ein freier Termin natürlich nicht automatisch, dass die Arbeit schlechter ist.

Ein ungewöhnlich niedriger Preis sollte deshalb nicht automatisch als Schnäppchen betrachtet werden, sondern Anlass sein, genauer hinzusehen: Wie sieht das Portfolio aus? Wie wird im Studio gearbeitet? Welche Erfahrung bringt der Artist mit? Und passt der Stil tatsächlich zu dem Tattoo, das du dir wünschst?

Was passieren kann, wenn man an dieser Stelle nicht genau hinsieht, und wie du ein Tattoo vermeidest, das du später bereust, haben wir in einem eigenen Artikel über Tattoo Gurken beschrieben. Wie du ein Studio insgesamt einschätzt und worauf du bei der Auswahl achten solltest, erklären wir im Artikel Tattoo Studio auswählen.

Wie bekommst du eine realistische Preiseinschätzung?

Der verlässlichste Weg zu einer Preiseinschätzung ist immer eine konkrete Anfrage. Schick deine Idee, Referenzen und die gewünschte Körperstelle an den Artist deiner Wahl. Je genauer deine Angaben sind, desto besser kann der Artist einschätzen, wie viel Zeit dein Projekt ungefähr benötigt und was es kosten wird.

Wie du eine Anfrage am besten formulierst und welche Informationen dabei hilfreich sind, zeigen wir dir in unserem Artikel 6 Tipps, um einen Tattoo-Termin zu bekommen.

Auch eine Anzahlung gehört bei vielen Studios zum Buchungsprozess. Warum sie verlangt wird und was bei einer Absage oder Verschiebung passiert, erklären wir im Artikel Tattoo Anzahlung.

Auch international unterscheiden sich Tattoo-Preise teilweise deutlich. Warum das so ist und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, erklären wir im Artikel Tattoo Kosten im Ländervergleich.

Fazit

Ein Tattoo kostet, was es kostet, und das ist selten eine runde Zahl, die sich allein anhand der Größe berechnen lässt. Zeit, Erfahrung, Material, Hygiene und die individuelle Herausforderung deines Projekts bestimmen den Preis.

Ein fairer Preis bedeutet dabei nicht automatisch, dass du das günstigste Angebot bekommst. Entscheidend ist, dass Preis, Erfahrung, Arbeitsweise und Qualität des Ergebnisses zusammenpassen. Ein Angebot, das deutlich günstiger ist als vergleichbare Arbeiten, verdient deshalb eine zweite Frage statt schnelles Zuschlagen.

Du willst wissen, was dein Projekt kosten würde? Frag uns einfach nach einem Termin.

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